Bericht des Kneipp-Bund

 

Kassen müssen umsteuern

Kneipp-Bund fordert Neuausrichtung von Präventionsanreizen: Gesundheit statt Krankheit honorieren

 

Bad Wörishofen / Berlin, 11. April 2019 – Anlässlich der aktuellen Diskussion um die geplante Reform des Morbi-RSA fordert der Kneipp-Bund e.V. die gesetzlichen Krankenkassen zum Umsteuern auf. Die im Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorgesehene Präventionsorientierung des RSA sei zwar zu begrüßen, jedoch müssen die Kassen in ihrem Leistungskatalog noch viel stärker auf Gesundheitsförderung und Prävention setzen und hierbei das Potenzial der klassischen Naturheilverfahren nutzen.

 

„Wir fordern die Krankenkassen auf, nun konsequent die Chance zum Umdenken wahrzunehmen und die Weichen hin zu einer deutlichen Neuausrichtung ihrer Präventionsleistungen zu stellen“, fordert Klaus Holetschek MdL, Präsident des Kneipp-Bundes. Es sei nicht länger hinnehmbar, so Holetschek, dass sich Deutschland eines der teuersten Gesundheitssysteme in Europa leiste und täglich über 1 Milliarde Euro für Krankheitskosten aufbringe, davon aber nur ein Bruchteil von rund 2 Prozent auf Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen entfällt, wie aktuelle GKV-Kennzahlen zeigen. „Der hohe Nutzen sinnvoller Prävention darf nicht länger ignoriert werden“, warnt Holetschek mit Blick insbesondere auf den erschreckend hohen Anteil, der auf die Behandlung sogenannter Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und psychische Erkrankungen entfällt. Die richtige Antwort auf diese Entwicklung könne nur die Hinwendung zu niedrigschwelliger Versorgung sein. Gerade salutogenetische Konzepte wie zum Beispiel Kneipp bieten eine ideale unterstützende Behandlungsoption bei schweren Erkrankungen und können zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Sebastian Kneipp sei als Wegbereiter einer kommenden Medizin und als Leitbild für eine gesundheitsbewusst lebende Gesellschaft federführend gewesen.

 

Das 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz verpflichtet die Sozialversicherungsträger zu einer verstärkten Förderung gesundheitsförderlichen Verhaltens in allen Lebensbereichen. Bei den bislang erfolgten Maßnahmen und strukturellen Abstimmungsprozesse gibt es aber deutlichen Nachbesserungsbedarf sowohl hinsichtlich der Koordinierung von Angeboten als auch bei der konkreten Umsetzung und beim Prozessmanagement. Vor diesem Hintergrund fordert der Kneipp-Bund eine Neuausrichtung der Nationalen Präventionsstrategie und eine stärkere Einbeziehung der lokalen Akteure.

 Mit freundlichen Grüßen

 

Christian Dannhart M.A.

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